Geschwindigkeit ist keine Hexerei: über Jahre hinweg haben die Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und nahezu unverzüglichen Antwortzeiten der Schwergewichte des Internets wie Google, Amazon, Netflix, Facebook oder Apple fast unbemerkt unser Nutzerverhalten und unsere Erwartungen beeinflusst.
Eine herausragende user experience besteht aus mehreren ‚Bausteinen’, die gleichsam zum Erfolg beitragen: Qualität der Benutzeroberfläche, Nutzerführung & Prozesslogik, Zuverlässigkeit & Vertrauenswürdigkeit, Feedback & Systemtransparenz, Fehlerbehandlung & Wiederherstellung, Erlernbarkeit & Auffindbarkeit, Konsistenz & Standards und – vielleicht sogar primus inter pares: Reaktionsfähigkeit & Performance.
Das Urteil der Nutzer über unbrauchbare IT Systeme ist eindeutig und streng: dieser Blog-Artikel referenziert Studien, die belegen dass 53% der Nutzer die Interaktion mit Webseiten abbrechen, deren Antwortzeiten 3 Sekunden überschreiten.
In gleichem Maße, in dem unbrauchbare IT Systeme von Nutzern bestraft werden, werden performante Systeme offenbar belohnt: dieser Artikel von envive, der Umfangreiche Studien und Beobachtungen referenziert, stellte fest: „Online-Shops, die optimale Core-Web-Vitals-Werte erreichen, verzeichnen in verschiedenen Fallstudien Steigerungen der Conversion-Rate zwischen 5 % und 33 %. Rakuten 24 erzielte nach der Optimierung eine Umsatzsteigerung von 7 %, während sich der Wert für Cumulative Layout Shift von 0,14 auf 0,05 verbesserte und die Absprungrate um 8 % sank.“
Auch in Firmenumgebungen, in denen die Nutzer ihre Systeme nicht selber bestimmen können, gelten nichtsdestotrotz die selben Gesetzmäßigkeiten: qualitativ minderwertige Systeme führen zu Angestelltenfrustration, wie diese Gartner Umfrage belegt.
Es gibt mehrere Stellschrauben, an denen man ansetzen kann, wenn Bestandssysteme hinsichtlich ihrer user experience optimiert werden sollen:
- Interaktionsmodell (User ↔ System)
- Applikationsarchitektur
- Daten- & Integrationsarchitektur
- Laufzeit-, Infrastruktur- & Betriebsarchitektur
Die Firma Microstream ist seit diesem Jahr Partner von NOVEDAS und bietet ein Persistenzframework für Java an, welches in der obigen Liste primär in der Daten- & Integrationsarchitektur für beeindruckende Leistungsverbesserungen sorgen kann.
Unter welchen Rahmenbedingungen lohnt es sich, über den Einsatz von Microstream entweder als Unterstützung zu, oder Alternative zum, etablierten Datenspeicheransatz nachzudenken ? Es lohnt sich, wenn:
- niedrige und vorhersagbare Latenzen kritisch sind
- Performance nicht nur „nice to have“, sondern ein echtes Qualitätsmerkmal ist
- das aktive Datenvolumen überschaubar ist
- viele Lesezugriffe stattfinden
- Konsistenz fachlich definiert ist und
- das Team in Objekten, nicht in Tabellen denkt
Sollte man sich für einen Proof of Concept entschieden haben, sind dieses die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Durchführung:
Technologischer Rahmen
- Java-Umgebung: MicroStream ist Java-nativ, Team muss volle Kontrolle über Java-Services haben.
- Objektmodell-basiertes Domänenverständnis: Das Team arbeitet objektorientiert
- RAM-Verfügbarkeit: Die zu testenden Daten müssen weitgehend in den Speicher passen (aktive Datenmenge ≤ verfügbare JVM-Heapgröße)
Entwicklungs- & Architekturkontrolle
- Team muss Deployment & Service-Architektur selbst steuern (Isolation, APIs, Snapshot-Speicherort)
- Zugriff auf Datenmodell & Geschäftslogik: PoC erfordert Kontrolle über Objektstrukturen, Lese- und Schreibpfade
- Testinfrastruktur: Möglichkeit, Performance, Tail-Latency, RAM- und CPU-Auslastung zu messen
Eingrenzung des PoC
- Abgrenzbarer Bounded Context: Nur ein klar abgegrenztes Subsystem oder Feature testen (z. B. Session-Daten, Katalog, Pricing)
- Keine Produktionslast: isolierte Testumgebung oder Staging-System
- Repräsentative Datenmenge: klein genug für RAM, groß genug für realistische Performance-Messung
Zielsetzung
- Messbare KPIs definierbar: Latenz, Durchsatz, Tail-Latency, RAM- und CPU-Nutzung
- Vergleich zu bestehender Datenbank möglich: um Performance-Gewinn klar zu quantifizieren
Wenn Sie sich für dieses Thema interessieren, beraten wird Sie gerne bei der Identifikation geeigneter Einsatzszenarien, der Architekturkonzeption, der Integration von MicroStream-Produkten, der Durchführung eines PoC und allen weiteren Schritten bis hin zur Inproduktionsnahme.


